10.000 € Schadenersatz nach fehlerhafter Zahnbehandlung

 08.04.2020

Nach einer fehlerhaften Zahnbehandlung, die zu einer cranio-mandibulären Dysfunktion (CMD) führte, muss eine Zahnärztin Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 € leisten und der Patientin Nachbehandlungskosten erstatten. Als sie von der Patientin auf deren verschlechterten Gesundheitszustand angesprochen wurde, hatte die Zahnärztin ihr lediglich erklärt, sie müsse sich erst einmal „an die neuen Zähne gewöhnen“. Die Zahnärztin habe damit gegen den fachzahnärztlichen Behandlungsstandard verstoßen und eine akute und schwerwiegende CMD bei der Klägerin verursacht, so das Gericht. Sie habe den Biss der Patientin zu niedrig eingestellt. Dadurch seien bei dieser eine Überlastung der Muskulatur und in der Folge Verspannungen zumindest mitverursacht worden. Die Zahnärztin hätte die Problematik jedenfalls gegen Ende der Behandlung erkennen müssen und die Patientin vor der endgültigen Eingliederung der neuen Versorgung im zweiten Behandlungsabschnitt auf Anzeichen einer beginnenden CMD untersuchen müssen.

Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 08.04.2020 – 5 U 64/16
- Urteil offenbar bisher nicht veröffentlicht -