Schmerzensgeld beim Vergessen einer OP-Nadel im Bauchraum der Patientin

 29.02.2019


Wird aufgrund einer unterbliebenen Zählkontrolle nach einer Operation übersehen, dass eine Nadel im Bauchraum der Patientin zurückgeblieben ist, stellt dies einen Behandlungsfehler dar, der einen Haftungsanspruch begründet. Ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 € ist angemessen.

Der haftende Krankenhausträger ist zudem verpflichtet, alle aus dem Behandlungsfehler resultierenden materiellen und nicht vorhersehbaren immateriellen Schäden zu ersetzen.

Ärzte müssen alle möglichen und zumutbaren Sicherungsvorkehrungen gegen das unbeabsichtigte Zurücklassen eines Fremdkörpers im Operationsgebiet treffen und sämtliche Instrumente nach einer OP auf ihre Vollständigkeit überprüfen.

Zur Zählkontrolle und Vermeidung des Zurücklassens existieren Handlungsempfehlungen.

Nach einer urologischen Operation im Krankenhaus war bei der Patientin eine 1,9 cm lange Nadel im Körper zurückgeblieben. Zur Kontrolle des Verbleibs der Nadel im Körper muss sich die Patientin seither regelmäßig röntgenologisch untersuchen lassen.

Oberlandesgericht Stuttgart, Urteil vom 20.12.2018 – 1 U 145/17