Haftung des Konsiliararztes bei Nichtumsetzung seiner Empfehlung

 30.10.2020

Behandlungsfehler entstehen häufig aufgrund fehlender Kommunikation oder Kontrolle unter gleichgeordneten oder nachgeordneten Ärzten. Innerhalb der Hierarchie im Krankenhaus spricht man von vertikaler Arbeitsteilung. Die Zusammenarbeit gleichgeordneter Ärzte, z.B. des Hausarztes mit einem Facharzt, wird im Haftungsrecht als horizontale Arbeitsteilung bezeichnet.

Das OLG Hamm hat hierzu entschieden, dass wenn ein behandelnder Arzt einen Facharzt konsiliarisch, d.h. nur beratend, hinzuzieht, und er anschließend die Empfehlungen des Facharztes nicht klar mit dem Patienten bespricht und umsetzt, nur der behandelnde und überweisende Arzt für den Schaden des Patienten haftet, nicht auch der hinzugezogene Facharzt.

OLG Hamm, Urteil vom 30.10.2020 - Az. 26 U 131/19